Lärmfrei
leben
Güterumgehungsbahn in Hamburg-Eidelstedt

Personen- und Güterverkehr sehen wir lieber auf der Schiene als auf der Straße. Aber müssen die Schienen mitten durch eine lebendige Großstadt führen, mitten durch Hamburg? Wir glauben, dass es bessere Möglichkeiten gibt. Wir haben noch keine konkreten Lösungen. Wir wissen aber, wo die Probleme sind:

  • Lärm: Bis zu 80 Züge fahren täglich und gefühlt ziemlich schnell direkt neben unseren Häusern vorbei, die meisten davon nachts, wenn wir und unsere Kinder schlafen möchten.
  • Erschütterungen: Die Vibrationen schädigen nicht nur unsere Häuser - sie verursachen auch ernsthafte, körperliche Stresssymptome.
  • Gefahrgut: Es ist keine unbegründete Sorge, dass gefährliche Transportgüter neben die Bahntrasse fallen könnten. Solche Unfälle sind schon vorgekommen - sehr selten, aber die Folgen können schwerwiegend sein, je nach Art des Gefahrguts. Auf unserer Bahnstrecke wurden übrigens auch schon Castor-Transporte durchgeführt.
Das ist unsere Wohngegend. Sie ist verkehrsberuhigt. Verkehrsberuhigt? Über die Brücke im Vordergrund fahren die Güterzüge.
Das ist die andere Brücke, da fährt übrigens gerade ein Schienenwartungsfahrzeug (nennt man das so?). Auch hier ist nicht viel Abstand zwischen dem Bahndamm und den Wohnhäusern.
Auch jenseits der Brücke: dichte Wohnbebauung. Die LKW sollten eigentlich unter der Brücke hindurchfahren, und nicht dagegen. Das passiert aber immer wieder. Hoffentlich hält die alte Brücke das auf Dauer aus.
Ruhig, aber lebendig, und verkehrsberuhigt - so soll eine Wohngegend sein. Eigentlich.
Hier sieht man noch einmal, wie dicht die Schienen neben den Häusern vorbeiführen.
Und dort fahren tatsächlich Güterzüge. Die Lärmschutzwände reichen nur bis zur Höhe der Räder.
Das ist unsere Wohngegend. Sie ist verkehrsberuhigt. Verkehrsberuhigt? Über die Brücke im Vordergrund fahren die Güterzüge.
Das ist unsere Wohngegend. Sie ist verkehrsberuhigt. Verkehrsberuhigt? Über die Brücke im Vordergrund fahren die Güterzüge.

Lärm sind wir gewohnt: Unsere Wohngegend ist nicht weit weg von der Autobahn A7 und der Einflugschneise des Flughafens. Die Autobahn wird jetzt überdeckelt. Der Flughafen betreibt ein Lärmmessungs-Infoportal, zudem gibt es erhebliche Nachtflugbeschränkungen. Und die Bahn? Die Bahn hat auf kurzen Streckenabschnitten niedrige Lärmschutzwände gebaut. Leider reicht diese Minimallösung nicht, noch nicht mal gegen den Lärm.

Wir sind nicht generell gegen alles, aber für Verbesserungen sind wir immer zu haben. Kindergärten in der Nähe finden wir übrigens zauberhaft, auch wenn es mal etwas lauter wird!

Die Bahn ist schnell, die Bahn ist umweltfreundlich - wären da nicht erhebliche Schallemissionen. Anders als auf der Straße ist es auf der Schiene nachts nicht leiser, sondern lauter.

Der Grund sind die Güterzüge, die eher nachts als tags fahren, was ja durchaus sinnvoll ist, damit die Schiene tagsüber frei ist für den Personenverkehr. Leider ist das für uns ein Problem, denn wir wohnen direkt an der Güterumgehungsbahn.

Die meisten Nachbarn wussten nichts von dem Problem, als sie sich hier niederließen. Die umfassenden Genehmigungen für den regen Güterverkehr wurden in den ersten Jahrzenhnten des letzten Jahrhunderts erteilt. Bis ins neue Jahrtausend fuhren trotzdem nur sehr wenige Güterzüge pro Tag auf der betroffenen Strecke. Die uralten Pläne kannte niemand. Dann wurde die Bahnstrecke "ertüchtigt", und die weitgehenden Genehmigungen sollten bis aufs Äußerste ausgereizt werden. Plötzlich war die Nachtruhe nachhaltig gestört.

Diese Entwicklung betrifft ganz Hamburg, weil die Güterumgehungsbahn quer durch die ganze Stadt fährt. Unsere Initiative kümmert sich vorrangig um den Streckenabschnitt in Hamburg-Eidelstedt - weil wir hier wohnen. Interessierte aus anderen Stadtteilen, die ebenfalls nicht schlafen können, sind bei uns herzlich willkommen!

Die Keimzelle der neuen Bürgerinitiative ist der Lärmschutzwand-Abschnitt Kollenhof:


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